Fahrradtour: Waterfront Trail von Toronto nach Hamilton

Im letzten Jahr hatten wir bereits eine Fahrradtour entlang des Waterfront Trail in Richtung Osten gemacht. Damals fuhren wir von Downtown Toronto über Leslieville, The Beaches bis nach Scarborough, genaugenommen zu den Scarborough Bluffs. Das waren 15 km für die wir ca. 1,5 Stunden brauchten – inklusive Zwischenstopps. Dieses Jahr wollten wir uns gerne die andere Seite vom Trail in Richtung Westen anschauen und schwangen uns supermotiviert an einem sonnigen Sonntagmorgen auf den Sattel. Ich hatte am Anfang noch gescherzt, dass es ja cool wäre, wenn wir es bis nach Hamilton schaffen würden. Randnotiz: Hamilton liegt fast auf halber Strecke zu den Niagarafällen und ist knappe 80 km von Toronto entfernt. David hatte es wohl nicht als Scherz gesehen, sondern eher als einer sportliche Herausforderung. Hätte ich das einmal vorher gewusst…

Nichts ahnend radelten wir fröhlich in Richtung Westen, vorbei an der Toronto Harbourfront, über den Humber River, durch Etobicoke, immer weiter, bis wir in Mississauga ankamen. Hier führte der Weg leider nicht mehr direkt am Wasser entlang, sondern auf einer mehrspurigen Straße.

Waterfronttrail Mississauga

Waterfronttrail Park

Immer weiter radelten wir, in der Hoffnung, dass wir wieder ein kleines Stück am Wasser entlang fahren können. Unsere Karte bot leider nur wenig Hoffnung. Nachdem wir Mississauga hinter uns gelassen hatten, erreichten wir Oakville, eine Stadt, wo sich die reichen Geschäftsleute aus Toronto gerne ein großes Grundstück direkt am See kaufen. Ab hier sollte man eigentlich den Waterfront Trail in Mansion Trail (= Villa Weg) umbenennen, denn von dem See war auch hier nichts zu sehen, sondern vielmehr eine große Villa nach der anderen.

Waterfronttrail House Blue and Yellow

Waterfronttrail Road Sign Seniors

Nach einem Stück Pizza und einem Iced Coffee Latte (= kalter Milchkaffee mit Eiswürfeln), fühlten wir uns gut gestärkt und fit, um unsere Fahrradtour fortzusetzen. Spätestens hier ahnte ich, dass Hamilton unser Tagesziel wird. Weiter ging die Fahrradtour auf der mehrspurigen Straße. Hin und wieder gab es ein kleineres Stück, dass kurz entlang am See führte. Der größte Teil zog sich trotzdem durch die Wohnsiedlungen, die zum größten Teil durchaus sehenswert waren.

Nach einer weiteren Stunde auf dem Fahrrad erreichten wir endlich Burlington. Von hier aus war Hamilton nur noch 15 km entfernt. Obwohl ich ab hier keine Lust mehr hatte, da Beine und Arme schmerzten, motivierte David mich für die letzte Etappe nach Hamilton – und diese hatte es in sich. Denn jetzt ging es immer wieder bergauf und bergab. Wer hatte eigentlich diese Schnappsidee, dachte ich, und bevor ich weiter fluchen konnte, erblickte ich das erste Stadtschild von Hamilton. Wir hatten es geschafft, eine 80 km Fahrradfahrtour von Toronto bis nach Hamilton – was für eine verrückte Idee. Das dachten auch meine Muskeln und bescherten mir am nächsten Morgen einen ordentlichen Muskelkater.

Waterfronttrail Hamilton Bridge

Waterfronttrail Bikers

Waterfronttrail Hamilton

Falls ihr euch fragt, wie wir zurückgekommen sind, seht selbst:

Waterfronttrail Bikes Bus

Baseball in Toronto: Let’s go Blue Jays!

 

Hier kommt ein neuer Beitrag in der Kategorie lange geplant und nicht endlich geschafft. Nachdem wir uns im Winter die Hockeyspiele von den Toronto Maple Leafs und Marlies angeschaut hatten, wollten wir uns auch ein Baseballspiel von den Blue Jays nicht entgehen lassen.

Toronto Blue Jays Match

Toronto Blue Jays Watching

Toronto Blue Jays Fanbase

Direkt nach der Arbeit ging es am frühen Abend ins Rogers Centre, das direkt neben dem CN Tower befindet. Vielleicht erinnert ihr euch noch an meinen Blogbeitrag aus dem letzten Jahr, wo wir schon einmal einen Blick vom CN Tower in das riesige Stadion geworfen haben. Mit knapp 53.000 Plätzen machte das Stadion einen gewaltigen Eindruck, und obwohl es bei unserem Besuch nur gut 2/3 voll war, war die Atmosphäre laut und quirlig.

Toronto Blue Jays Cap

Toronto Blue Jays Evening

Leider hatten die Blue Jays dieses Spiel nicht gewonnen – aber beim Baseball ist das kein Problem. Bei guten 162 Spielen pro Saison spielen ein paar verlorene Spiele keine Rolle.

North Vancouver, West Vancouver

Hier kommt schon der letzte Beitrag von unserer Rockyreise – von Calgary nach Vancouver.

Nachdem David schon zwei Tage vor mir zurück nach Toronto flog, hatte ich noch 1,5 Tage in Vancouver alleine zu füllen. Von einer Bekannten aus Vancouver bekam ich den Tipp, dass es im Norden und Westen von Vancouver einiges zu entdecken gibt, zum Beispiel Capilano Suspension Bridge, Lynn Canyon Suspension Bridge, Lighthouse Park, Grouse Mountain und vieles mehr – alles bequem mit dem öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Ich entschied mich für die Lynn Canyon Suspension Bridge in North Vancouver und den Lighthouse Park in West Vancouver.

Lynn Canyon Suspension Bridge ist eine 48 m lange Seilbrücke, die frei in einer Höhe von 50 m über der Schlucht schwingt. Die Brücke ist definitiv nichts für Leute mit Höhenangst aber dafür für Sparfüchse (GRATIS!) und für bequeme Naturfreunde, die gerne auf mit Holzlatten eingerahmten Wege wandern bzw. spazieren gehen.

North Vancouver Lynn Canyon Leaves

North Vancouver Lynn Canyon Bridge Walk

North Vancouver Lynn Canyon Bridge

North Vancouver Lynn Canyon Suspension Bridge

North Vancouver Lynn Canyon Walk

Nach einer gemütlichen Wanderung, gut vielleicht sollte ich es eher Spaziergang nennen, durch den Lynn Valley (= Lynn Tal) machte ich mich weiter auf den Weg zum Lighthouse Park in West Vancouver. Nach einer guten Stunde Busfahrt, landete ich in einer Wohnsiedlung, hinter der sich der Eingang vom Park versteckte. Im Park erwarten einen viele verschiedene Rundwege durch den Wald und entlang der Küste. Letzteres mit einem Blick auf die Stadt Vancouver, den Pazifischen Ozean und natürlich den Leuchtturm.

West Vancouver Lighthouse Park Woods Sky

West Vancouver Lighthouse Park Woods

West Vancouver Lighthouse Park Rocks

West Vancouver Lighthouse Park Little Island

West Vancouver Lighthouse Park Lighthouse

West Vancouver Lighthouse Jack Pine Point

West Vancouver Lighthouse Park Lighthouse Cliff

 

Victoria auf Vancouver Island

Wie wär’s mit einem Tagesausflug nach Vancouver Island? Die Insel liegt ja direkt vor Vancouver. Ja, wieso nicht? O.k., dann lass uns doch mit der Fähre von Vancouver nach Victoria fahren. Gesagt, getan! – Und schon befanden uns am nächsten Tag auf den Weg von Vancouver nach Victoria.

Vancouver Island Ferry Ride

Vancouver Island Ferry

 

In Victoria angekommen schlenderten wir ein bisschen durch die Innenstadt, tranken einen Kaffee/Espresso und marschierten weiter am Hafen entlang zum Parlamentsgebäude. Hier wurden wir von einer Marching Band Veranstaltung überrascht, die einen Tag vor der großen Victoria Day Parade alle teilnehmenden Marching Bands (= Blasorchester) vorspielen lässt.

Vancouver Island Houses

Vancouver Island Market Square Coffee

Vancouver Island Parliament

Vancouver Island Marching Band

Weiter ging es in Richtung Park und dann weiter zum Fishermans Wharf, der uns mit seinen kunterbunten Häuschen direkt ins Auge sticht.

Vancouver Island Pink House

Vancouver Island Pier

Zurück am großen Hafen überkam uns der Hunger. Bereits auf dem Hinweg zum Parlamentsgebäude entdeckten wir die kleine Fischbude etwas versteckt zwischen Parkplatz und Hafen. In der Zwischenzeit hatte sich schon eine lange Warteschlange vor der kleinen Fischerbude angesammelt, die in Kanada meistens ein Indiz für leckeres Essen ist. Wir bestellten Lachs, Fish Tacos (= Tacos gefüllt mit Fisch) und eine Fish Chowder (= eine cremige Fischsuppe) und waren vom ersten Bissen direkt begeistert. Für mich waren es die besten Fish Tacos, die ich bisher gegessen habe und die Suppe war ebenfalls köstlich.

Vancouver Island Crane

Vancouver Island Fish Tacos

Vancouver Island Ice Cream

Gut gestärkt machten wir uns langsam auf den Rückweg zur Fähre mit einem kleinen Abstecher durch Victorias Chinatown.

Vancouver Island Chinatown

Vancouver Island Chinatown Alley

Was wir bisher noch nicht über unseren Tagesausflug erzählt hatten: Wir hatten uns bei der Entfernung und Reisedauer von Vancouver nach Victoria mächtig verschätzt. Denn neben der Fähre mussten wir U-Bahn und Bus von Vancouver zum Fährhafen nehmen und dann noch einmal einen Bus vom Fährhafen auf Vancouver Island nehmen. Hinzu kam, dass wir auf dem Hinweg genau zu dem Zeitpunkt ankamen, an dem die nächste Fähre nicht stündlich, sondern alle 2 Stunden fährt. Dadurch brauchten wir knappe 5 Stunden für den Hinweg und „nur“ 4 Stunden für den Rückweg. Effektiv hatten wir nur gute 4 Stunden in Victoria verbracht. Gut, dass Victoria für eine Provinzhauptstadt eher klein und überschaubar ist – so konnten wir alles Sehenswerte im Zentrum von Victoria bequem zu Fuß besichtigen und die Fährfahrt mit Humor genießen, denn wie sagt man ja immer so schön „der Weg ist das Ziel“.

Vancouver Island Sunset Ferry

Vancouver Island Sunset

Vancouver

Ein Gastbeitrag von David
In vielen Rankings für lebenswerte Städte befindet sich Vancouver unter den ersten zehn Plätzen. Außerdem schwärmen viele Reisende von dieser Stadt und sind häufig länger geblieben, als sie ursprünglich vorhatten.
Vancouver Streets Flowers
Vancouver Couple
Natürlich führt auch für uns kein Weg vorbei an der Stadt am Meer und doch so nah an den Bergen.Nach einigen Tagen Wandern und Wein sind wir nun also wieder in einer Metropole, in der wir mehrere Stadtbezirke erkunden können. Dazu gehört auch Granville Island, auf der ein großer Markt mit leckerem Gebäck, Kunstwerken und eine Brauerei Platz gefunden hat.
Vancouver Granville Island Sign
Vancouver Granville Island Pastry and Coffee
Vancouver Granville Island Van

Vancouver Granville Island Public Market

In einer kreativen Idee à la Schöner Wohnen wurden Industriesilos umdekoriert, die gleichzeitig auch die multikulturelle Vielfalt zum Ausdruck bringt.
Vancouver Granville Island View
Vancouver Granville Island Silos
Da sich Vancouvers Ausdehnung keinem Größenwahn hingibt, kann man das meiste per Pedes (= zu Fuß)  erreichen. Dabei sind wir unterwegs auf eine deutsch angehauchte Bäckerei gestoßen, die uns positiv überrascht hat. Croissants, Hefebrötchen und Bienenstich – wer hätte das gedacht. Dank eines Freundes, den wir in Toronto kennen gelernt haben und der nach Vancouver gezogen war, hatten wir eine hübsche Unterkunft im 22. Stock mit Blick auf das Meer. Apropos Meer, Vancouver verfügt über mehrere Häfen und hat immer frische Meeresfrüchte zu bieten. Insbesondere der japanische Einfluss macht sich in hervorragenden Sushirestaurants bemerkbar. Wem sich die Gelegenheit bietet sollte unbedingt mal bei Miku vorbeischauen und sich selbst davon überzeugen.
Vancouver Harbour Sunset
Vancouver Sunset
Der Stanley Park war direkt vor der Haustür, den wir wagemutig mit einem Tandem erkundeten. Nach einer kleinen Eingewöhnungsphase lief es doch erstaunlich reibungslos und so hatten wir die Halbinsel in einer knappen Stunde umrundet. Unterwegs konnten wir die Kunstfertigkeit der Ureinwohner bestaunen: typische Totems unterschiedlicher Stämme mit leuchtenden Farben.
Vancouver Stanley Park Cliff
Vancouver Stanley Park Totem
Vancouver Stanley Park Bike

Okanagan Valley

Nach 500 km und einer Übernachtung in der Nähe von Revelstoke erreichten wir unser nächstes Ziel Penticton im Okanagan Valley (= Okanagan Tal).  Als Weinfreunde haben wir uns auf diese Gegend besonders gefreut. Im Gegensatz zu dem Weinanbaugebiet Niagara-on-the-Lake gibt es im Okanagan Valley viele kleinere Weingüter zu entdecken, die recht jung und experimentierfreudig sind. Unsere selbstzusammengestellte Tour führte uns zu folgenden Weingütern:

Elephant Island Orchard Wines: Hier gab es eher leichte und fruchtige Weine, die nicht immer von der Traube stammen, wie der Aprikosenwein, Himbeerwein oder Apfelwein.

Lake Breeze Vineyards: Da staunten wir nicht schlecht, als wir bekannte Namen wie Ehrenfelser, Riesling und Gewürztraminer im Sortiment fanden.

Upper Bench Estate Winery: Ein perfektes Paar. Neben den leckeren Weinen gab es direkt den passenden Käse zum probieren – alles aus eigener Herstellung.

Monster Vineyards: Ein junges und hippes Weingut mit lustig gestalteten Weinflaschen.

Poplar Grove Winery: Ein sehr bekanntes und schickes Weingut in der Region. Hier hatte uns der Merlot schnell überzeugt und landete direkt in unseren Reisekoffer.

Okanagan Valley Vinyard

Okanagan Valley Winery Elephant

Okanagan Valley Winery Monster

Für unsere Übernachtung hatten wir uns eine etwas verrückte Unterkunft ausgesucht. Über Airbnb fanden wir diese kleine „Hütte“, die auf dem Hang eines riesigen Grundstückes von einem Architekten steht. Sein eigenes Haus und seine Hütte hat er selbst entworfen und mitgebaut. Die Hütte war zu zwei Seiten komplett dunkel verglast, wodurch wir einen tollen Ausblick direkt vom Bett hatten, ohne dass ein Tier uns sieht ;-). Nach einem tollen Ausblick über die Stadt Penticton bei Nacht, wurden wir am nächsten Morgen von ein paar Rehen vor unserem Bett begrüßt, die gemütlich Gras und Blätter frühstückten.

Okanagan Valley Penticton View

Okanagan Valley Penticton Cabin

Nach unserem Frühstück gönnten wir uns noch eine kleine Fahrradtour auf dem Kettle Valley Railway, kurz KVR, von Penticton nach Naramata. Auf dem Rückweg nach Penticton überraschte uns dann ein Bär, der gemütlich auf dem Fahrradweg saß. Wir waren so überrascht und auch recht nah an dem Bär, dass wir anstatt nach der Kamera zu greifen uns lautstark bemerkbar machten, um den Bär zu vertreiben.* Daher haben wir diesmal kein Bärenfoto für euch.

Okanagan Valley Penticton Deer

Okanagan Valley Bike Trail

Okanagan Valley Bike

*Wie man sich gegenüber Bären verhalten soll, könnt ihr u.a. hier nachlesen. http://www.planet-wissen.de/natur/tier_und_mensch/baer_und_mensch/pwiesicherheitimreichderbaeren100.html

Emerald Lake im Yoho National Park

Unsere Reise ging weiter in Richtung Westen. Unser nächstes Ziel war der Yoho National Park in der Provinz British Columbia. Wer einmal im Yoho National Park übernachten möchte hat im Vergleich zu Banff und Jasper nur eine kleine Auswahl. Man kann Zelten, Campen oder in einer Lodge direkt am See übernachten. Zelten und Campen fiel raus, da wir kein Zelt bzw. Wohnmobil hatten… also blieb nur eins übrig – die Lodge. Und mit dieser Lodge am Emerald Lake (= Emerald See) hatten wir ein glückliches Händchen. Als wir am späten Abend durch den dunklen Wald fuhren und endlich an unserer Lodge ankamen ahnten wir noch nicht, wie großartig diese Unterkunft ist. Ok, die Einrichtung war etwas altbacken aber das drumherum ein Träumchen. Unser Zimmer befand sich in einem der kleinen Häuser, welche sich auf einem kleinem Hügel am See entlang reihen. Das Zimmer selber hatte einen offenen Kamin und einen großen Balkon MIT SEEBLICK vom Bett aus. Jackpot!

Yoho National Park Emerald Lake Louge

Yoho National Park Emerald Lake House

Yoho National Park Emerald Lake House View

Yoho National Park Emerald Lake House Lake

Am nächsten Morgen mussten wir erst einmal den tollen Blick aus unserem Zimmer genießen. Vor lauter „oh, ist das schön“, hätten wir beinahe das Frühstücksbuffet verpasst. Nach dem Frühstück gab es dann erst einmal einen guten Verdauungsspaziergang um den See. Viel Zeit blieb uns leider nicht, denn unser nächstes Ziel Okanagan war noch viele Kilometer entfernt.

Yoho National Park Emerald Lake View

Yoho National Park Emerald Lake Water

Yoho National Park Natural Bridge Kicking Horse River