Eislaufen in Ottawa

Eislaufen auf dem Kanal in Ottawa ist wie ein kleines Glücksspiel. Auch wenn man vermutet, dass der Winter in Kanada immer lang und kalt ist – die letzten zwei Wintersaisons 2015/2016 und 2016/2017 waren doch wechselhafter und wärmer als erwartet. Von +10 bis -20 Grad war alles dabei und für Ski und Eislaufen nicht unbedingt die beste Vorraussetzung.

Nun dieses Jahr sah es Anfang Januar noch recht gut aus. Viel Schnee und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt deuteten daraufhin, dass der Rideau Kanal bald richtig zugefroren wäre. Wir planten, buchten unsere Unterkunft und reservierten einen Mietwagen für das erste Wochenende im Februar. Laut unserer Recherche erschienen uns die ersten zwei Wochen im Februar recht zuverlässig.

Ende Januar – knapp zwei Wochen vor dem geplanten Ausflug war es dann soweit. Der Kanal wurde für das Eislaufen frei gegeben. Juhu! Fast täglich schauten wir auf die Website und verfolgten genau die Wettervorhersage. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr ich mich auf das kleine Minus vor jeder Zahl gefreut habe. -5 Grad – Juhu! -10 Grad und Schnee – Juhu! Juhu! Noch mehr Schnee – Juh…!

Zu früh gefreut!

Anfang Februar wurde es auf einmal schlagartig wärmer und die Eisfläche wurde erst teilweise und dann vollständig geschlossen. Ich sah uns schon bildlich am Kanalrand stehen, vor einem großen roten Schild „Betreten verboten“.

Nach ein paar wärmeren Tagen, wechselte das Wetter wieder. Der gute Petrus hatte wohl unseren Wunsch erhört. -5 bis-15 Grad stimmten uns wieder glücklich. Obendrauf noch eine Schneewarnung – pünktlich zum Start ins Wochenende. Perfekt! Naja, nicht wirklich perfekt für eine lange Autofahrt, aber fürs Eislaufen konnte es nicht besser laufen. Die lange Autofahrt wurde leider wirklich sehr, sehr lang… denn unser Mietwagen hatte nur Ganzjahresreifen und diesen trauten wir nicht zu 100%. Apropos Ganzjahresreifen, hierzu gibt es am Ende noch eine kleine Geschichte. Nun zurück zum Schlittschuhlaufen.

Nachdem es die ganze Nacht durch geschneit hatte, erwartete uns am nächste Tag eine dicke Schneedecke und einen komplett zugefrorenen Kanal. Nach einem guten Frühstück beim Kettleman’s mit handgerollten, ofenfrischen Bageln und einer gigantischen Apfeltasche, machte wir uns auf dem Weg zum Rideau Kanal. Wir starteten auf halber Strecke vom Kanal in der Nähe von unserer Unterkunft im Stadtteil „The Glebe“.

Bagel Ottawa

Breakfast Ottawa

Breakfast Ottawa

Ice Skating Ottawa

Wir schlupften in unsere Eislaufschuhe und schlitterten in Richtung Innenstadt bzw. zum Startpunkt bei Kilometer 0. Wer vorher nur eine Eislaufbahn in einer Eishalle oder auf dem Weihnachtsmarkt gewöhnt ist wird schnell einige interessante Unterschiede feststellen.

 

Ice Skating Ottawa

Ice Skating Ottawa

Ice Skating Ottawa

Ice Skating Ottawa

Ice Skating Ottawa

Ice Skating Ottawa

Ice Skating Ottawa

Ice Skating Ottawa

Ice Skating Ottawa

Ice Skating Ottawa

Ice Skating Ottawa

Ice Skating Ottawa

Ice Skating Ottawa

Was ist so anders beim Eislaufen auf dem Rideau Kanal.

1. Man hat super viel Platz auf der 7,8 km langen Eisfläche, abgesehen von dem Startpunkt in der Innenstadt. Hier wird es fast so eng wie auf einem Weihnachtsmarkt.

2. Die Eisoberfläche ist nicht 100% glatt. Es gibt Risse und Hubbel, auf die man immer ein Auge haben sollte.

3. Man fährt nicht mehr in eine Richtung im Kreis mit der Masse sondern immer weiter gerade aus an Einkaufshäusern, Bürogebäuden unter Brücken hindurch, weiter durch Wohngebiete, am Park vorbei und immer weiter. Stellt euch vor ihr spaziert über 7 km an einem Fluss/Kanal entlang – nur nicht neben sondern auf dem Kanal und mit Schlittschuhen.

4. Auf dem Eis trifft man auch Spaziergänger mit Hund und Kind, Läufer, und auch mal ein verrückter Fahrradfahrer. Alles kein Problem, siehe Punkt 1.

5. Es gibt Toilettenhäuser, Essenstände, Liegestühle und sogar ein Lagerfeuer auf dem Eis. Verrückt, nicht wahr?

Und was war nun mit dem Mietwagen? Nachdem wir fast den ganzen Samstag auf dem Eis verbracht hatten und gute 16 km Schlittschuhgelaufen waren, freuten wir uns schon auf ein warmes Bett, um unsere durchgefrorenen und müden Knochen auszuruhen. Noch schnell das Auto für die nächsten 24 Stunden um parken und dann ab ins Bett. Das dachten wir zumindest.

Hier kommen wir nun zu der Geschichte mit unserem Mietwagen: Wie bereits am Anfang erwähnt, hatten wir von unserem Autoverleih ein Mietwagen mit Ganzjahresreifen bekommen. Wir hatten zwar nach Winterreifen gefragt, aber das ist wohl in Kanada nicht in der Standardausstattung mit inbegriffen *tzzz* und dementsprechend nicht ausreichend verfügbar. Am Rande bemerkt, als wir das Auto abgeholt haben, tobte in Toronto schon der vorhergesagte Schneesturm. Nun gut, wir fuhren also vorsichtig und langsam nach Ottawa wo sich innerhalb der letzten Tage schon recht viel Schnee angesammelt hatte. Nachdem wir unser Auto um parken mussten, suchten wir einen neuen Parkplatz in der Nachbarschaft. Wir fuhren durch das Wohnviertel, studierten die Parkverbotszeichen und fanden einen neuen Parkplatz am Straßenrand. Dank dem Schnee erkennt man recht schnell, ob schon ein Auto dort gestanden hatte oder nicht.

Mitten beim einparken bewegte sich das Auto plötzlich nicht mehr von der Stelle und mit etwas mehr Gas drehten die Reifen direkt durch. Unser Auto hatte sich im Schnee festgefahren – genaugenommen befand es sich auf einem festgefrorenen Schneehaufen auf und die Ganzjahresreifen packten gleich 0. Da standen wir nun mit unserem Mietwagen und konnten uns keinen Zentimeter von der Stelle bewegen – Anschieben, Vollgas und andere Versuche waren erfolglos. Ein freundlicher Anwohner bot uns direkt seine Schneeschaufel an und wir versuchten den Schneehügel unter dem Auto wegzuschaufeln und mit Pappe die Reifen zu unterlegen. Das alles funktioniere irgendwie nicht. Das Eis war zu hart zum freischaufeln und der Pappkarton rutschte unter den Reifen direkt durch. Gottseidank trafen wir noch auf einen weiteren Anwohner, der einen Trick mit einer Bärenfalle kannte. Er platzierte die Bärenfallen vor die Vorderreifen mit der Krallenseite nach unten auf das Eis gerichtet. Mit einem Schubser und etwas Gas packte die Kralle in das Eis und bildete ein etwas erhöhte Unterlage auf dem sich das Auto nun bewegen konnte. Das Auto war wieder befreit und wir um zwei Erkenntnisse reicher. Erstens mit Ganzjahresreifen kannst du nicht jeden Parkplatz nehmen auch wenn dort schon ein Auto mal stand und zweitens, eine Bärenkralle ist auch ohne Bär sehr hilfreich. 😉

 

 

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Riverdale Farm Toronto

Stellt euch eine kleinen Bauernhof vor, mit ein paar Kühen, Pferden und Schweinen. Es gibt einen Stall mit Hühner und anderen gefederten Tieren. Dazu ein altes Bauernhaus mit einem Garten auf dem große alte Bäume stehen. Das klingt nach einer typischen Bauernhof wie auf dem Land, richtig?

Riverdale Farm Windmill

Riverdale Farm Horses

Riverdale Farm Goats Chicken

Riverdale Farm Chickens

Riverdale Pigs

Riverdale Farm Dungfork Turkey

Riverdale Farm Cat

Riverdale Farm Cow Christams

Jetzt stellt euch den Bauernhof unmittelbar im Zentrum einer Millionenstadt steht. Im Hintergrund sieht man die Hochhäuser von Toronto und die Straßenbahn ist nur einen Block entfernt. Verrückt, aber wahr. Der Bauernhof „Riverdale Farm“ liegt etwas versteckt im östlichen Ende von Downtown Toronto, genau zwischen dem hübschen Stadtteil Cabbagetown und Riverdale.

Übrigens wusstet ihr, dass sich die Tierlaute von Sprache zu Sprache unterscheiden?
Aus „muh“ wird hier „moo“, bei den Ziegen wird „mäh“ zu „baa“ und beim Pferd wird „hüh“ zu  „neigh“. Die schönste Übersetzung, finde ich, gibt’s beim Hahn, hier rufen die Kinder im Hühnerstall fröhlich“cock-a-doodle-doo“. Nur die Schweine scheinen einen internationalen Laut zu haben – auch hier grunzt das Schwein munter „oink oink“.

 

Bon Appétit – Thanksgiving in Montreal

Wir verbrachten unser langes Thanksgiving Wochenende mit Melina in Montreal. Im Gegensatz zum letzten Jahr, wo wir in einem Restaurant speisten, wollte wir uns diesmal selbst an den Truthahn wagen. Unsere Zutaten kauften wir direkt vor Ort auf dem Jean Talon Market ein, einem großen überdachten Markt, auf dem fast alle kulinarische Wünsche erfüllt werden, wenn der Geldbeutel entsprechend groß ist.

Montreal Thanksgiving Market Cranberries

Montreal Thanksgiving Pumpkin Onions

Montreal Thanksgiving Street

Montreal Thanksgiving Apartment Fall Street

Montreal Thanksgiving Turkey Onions

Montreal Thanksgiving Cooking

Montreal Thanksgiving Dish
Vollgepackt mit allen Zutaten, zauberten wir ein typisches Thanksgiving-Essen in unserem gemieteten Apartment zu. Es gab Truthahn mit Zwiebeln und Cranberries dazu Stuffing, bestehend aus Brot mit Äpfel und Nüssen. Als Beilage gab es grüne Bohnen und Süßkartoffelpüree. Bon Appétit.

Rainy Cottage Weekend in Bruce Peninsula

Bruce Pen Map

Bruce Peninsula ist ein perfektes Ausflugsziel für den Sommer, nur 3 Stunden von Toronto entfernt, mit klarem türkisblauen Wasser, herrlichen Felsstränden und einer berühmten Grotte. Alte Schiffwracks laden zum Schnorcheln ein und die vielen kleinen Hütten verleihen der Gegend den typischen kanadischen Flair.

Ja, typisch kanadisch sollte unser Wochenende werden und deshalb hatten wir uns auch eine Hütte direkt am See ausgesucht, um unseren Gästen Sonja, Christoph und Melina ein typisches kanadisches Cottage Weekend zu bieten.

Da hatte wohl der Wettergott eine andere Idee und schickte uns eine große Regenwolke mit frischen Herbsttemperaturen auf den Weg in Richtung Norden. Zum Glück war unsere Hütte dicht und mit einem gemütlichen Kamin ausgestattet.

Bruce Pen Cottage

Bruce Pen Cottage Shelf

Bruce Pen Axe Wood

Am nächsten Morgen hieß es zunächst genügend Feuerholz für die nächsten Tage vorzubereiten. Schliesslich sind wir hier auf dem Land, da heißt es noch selbst Hand anlegen. Die Axt im Geräteschuppen, den Feuerwehrmann Christoph zum Zündeln, die Voraussetzungen waren ideal. Gut gestärkt mit French Toast und Ahornsirup machten wir uns auf dem Weg zum Farmer’s Market nach Lions Head um dort die lokalen Köstlichkeiten zu erkunden. Da die Halbinsel nur spärlich besiedelt ist und hauptsächlich von Touristen lebt, fällt der Markt auch etwas kleiner aus, als wir das aus Toronto kennen. Gesucht, gefunden, gekauft waren frische Zucchini für die Pizza am Abend, eine herzhafte Galette als zweites Frühstück und ein paar Buttertarts (typisch kanadisch) für den späteren Kaffeeklatsch. Der bekannte Wanderweg namens Bruce Trail, der entlang der Küste verläuft, war unser nächstes Ziel. Wir liefen einen kleinen Rundweg vom Bruce Trail und waren froh, dass wir rechtzeitg zurück am Auto ankamen. Der erste Regenschauer folgte schnell.

Bruce Pen Butter Tarts Galette

Bruce Pen Crew

Bruce Pen Lions Head Lighthouse

Bruce Pen Lions Head

Brcue Pen Bruce Trail Wood Mushroom

Zurück am Haus, war es wieder etwas trockener und Christoph packte direkt seine Angel aus, die er extra aus Deutschland mitgebracht hatte. Nachdem wir das hauseigene Kanu entdeckt hatten, paddelten wir auf den See hinaus und hofften auf ein schmackhaftes Abendessen. Leider war uns das Glück nicht hold und der wiederkehrende Regen vertrieb potentielle Proteinspender. Zum Glück hatten wir schon mit dem Pizzteig angefangen.

Bruce Pen Canoe Fishing

Bruce Pen Fishing Georgian Bay Lake

Der nächste Tag war leider auch nicht trockener. Mit Pancakes, Bacon und Ahornsirup versuchten wir den Wettergott milde zu stimmen – leider erfolglos. Zumindest konnten wir mit diesem Frühstück für unsere Besucher einen weiteren Punkt auf der „typisch in Kanada“ Liste abhaken.

Trotz Regen wagten wir uns wieder auf einen Wanderweg, der diesmal ein paar spektakuläre Steinhöhlen versprach. Mit Wanderstöcken, Taschenlampe und Kamera ausgestattet wanderten wir von Höhle zur Höhle, bis der Regen immer stärker wurde und wir pitschepatsche nass wurden. Zurück in der Hütte wärmten wir uns wieder auf und widmeten uns der Abendplanung.

Bruce Pen Hiking Caves

Bruce Pen Hiking Couple

Zum Abendessen gab einen herlichen frischgekauften Regenbogenforelle vom Grill. Dank Christoph der trotz Wind und Regen den Fisch und den Grill nicht aus den Augen ließ. Dazu leckere Ofenkartoffel, ein paar Bier und Cider, so beendeten wir unser verregnetes und gemütliches Cottage Weekend in Bruce Peninsula.

David & Cäcilia

Killarney Provincial Park – Zelten im Bärenland

In der Retrospektive einer der schönsten Parks in Kanada und ein Highlight unserer Kanada-Ausflüge. Aber zunächst der Reihe nach. Der Killarney Provincial Park liegt etwa fünf Stunden nördlich von Toronto an der Georgian Bay, die zum Lake Michigan gehört. Es sollte unsere erste Erfahrung mit Backcountrycamping (=Zelten im Hinterland) werden. Nachdem der Zeltplatz gebucht war (zum Glück haben wir den letzten Platz über das verlängerte Wochenende ergattert), hieß es zunächst mal Ausrüstungscheck. Ein Zelt hatten wir schon – Check, Sommerschlafsäcke hatten wir ebenfalls – Check, fehlt nur noch das Bett… ähm die Schlafunterlage. Mit einer aufblasbaren Luftmatraze neigte das zwar schon verdächtig Richtung Luxuscamping, aber man gönnte sich ja sonst nichts. Wäre da also noch der Backcountryteil. Unser Zeltplatz war nur per Kanu zu erreichen und Dusche, Klo o.ä. zählte nicht zur Ausstattung. Hinzukam, dass wir uns in einem Bärengebiet befanden. Neben einigen lehrreichen Videos wie man sein Essen bärensicher verstaut, sind wir auch auf diesen Link gestoßen (https://www.youtube.com/watch?v=XLYbXXIbUX0), der die Intelligenz der großen Braunen absolut unter Beweis stellt. Wir waren schwer beeindruckt und gleichzeitig gespannt, was uns dort erwarten wird.

Schon auf der Fahrt zum Park entdeckten wir den ersten Bär. Ein Jungbär hatte einen Unfall mit einem Auto und war aus Schreck in die nächste Baumkrone geklettert. Der Unfallfahrer hatte bereits Kontakt mit den Wildhütern aufgenommen und wartete geduldig auf deren Hilfe. Wir konnten nichts weiter tun und setzen unsere Fahrt fort immer weiter in Richtung Norden.

Killarney Road Baer

Killareny Road

Je weiter wir in den Norden kamen, desto einsamer wurden die Straßen. Schließlich bogen wir von der „Autobahn“ ab, um die letzten 70km Sackgasse Richtung Georgian Bay zu starten. Wir folgten zunächst einem Insidertipp und überzeugten uns von der ausgezeichneten Qualität der Fish ’n‘ Chips (= fritierter Fisch mit Pommes) bei Herbert Fisheries, einer Imbissbude, die uns am Ende der Sackgasse in dem Dorf Killarney erwartete. Auch wenn uns vorher die Straßen fast leer erschienen und das Dorf auch eher einen verschlafenen Eindruck machte, bei Herbert Fisheries war der Parkplatz voll und die Warteschlange nicht kürzer als vor Torontos beliebtesten Restaurants.

Killarney FishnChips

Killarney Herberts Fisheries

Gut gestärkt fühlten wir uns bereit für unser wahres Outdoorabenteuer. Als wir Paddel und Schwimmweste in Empfang nahmen und unser Kanu beladen hatten, war es bereits früher Nachmittag. Wir wollten uns zunächst auf dem Weg zu unserem Zeltplatz machen, um anschließend eine kleine Erkundungsrunde mit dem Kanu zu starten.

Es stellte sich jedoch heraus, dass die Suche nach dem Zeltplatz Letzteres bereits enthielt: Kurz zu dem Unterschied zwischen Zelten im Backcounrty und Zelten auf einem Campingplatz. Entgegen eines übliche Campingplatzes, mit klar abgetrennten Rasenstücken, die dicht an dicht gepackt sind, waren unsere über das ganze Ufer verteilt, mit mindestens 500 m Abstand und auch nur mit ausführlicher Kartenbetrachtung zu finden. Wir wussten, dass es sieben Zeltplätze an dem See gab, die nach dem Prinzip, wer als Erstes kommt, malt zu erst, verteilt werden. Wer Pech hat, muss alle sieben Zeltplätze absuchen, und den letzten freien nehmen. Nach einer zwei stündigen Paddelei und fünf belegten Zeltplätzen fanden wir endlich einen freien Platz und bereiten dort schnell unser Lager vor, bevor sich die Sonne verabschiedete.

Killarney View Relax Canoe Camping

Killarney Canoe Lake

Killarney Water Lily Lake

Zur unserer Überraschung gab es eine begradigte Fläche für das Zelt, eine gut erkennbare Feuerstelle und sogar ein Plumsklo, die wie eine geheime Schatztruhe im Wald versteckt lag. Luxus Pur! Für die erste Nacht hatten wir Würstchen dabei, die mit einem Lagerfeuer zu einem stimmigen Abendessen wurden. Als es schließlich dämmerte, machten wir uns daran unsere Vorräte in den Bäumen zu verstauen. Da wir einiges an Proviant dabei hatten und auch der Kulturbeutel mit verstaut werden sollte (anscheinend sind Zahnpastas beliebte Bärenspielzeuge), war das Gewicht der Säcke nicht zu verachten. Bis wir alles fachgerecht und außer Reichweite platziert hatten, war es bereits dunkel. Außerdem war der ein oder andere Ast wohl weniger stabil als es zunächst den Anschein gemacht hatte. Glücklicherweise konnten wir einen Teil unserer Kletterausrüstung verwenden, um eine Mischung aus Flaschenzug und Karabinerverschluss zu konstruieren.

Killarney Campfire

Killarney Backcountry Privy

Killarney Tent View

Der Sonnenuntergang, die Natur und der See direkt am Zelt bleiben uns herrlich in Erinnerung. Am nächsten Morgen packten wir unsere sieben Sachen, die Säcke hatten die Nacht ohne Bärenraub gut überstanden. Anschließend erkundeten wir das andere Ende des Sees und paddelten zurück zum Auto. Frische Luft macht bekanntlich hungrig und so  beschlossen wir ein weiteres Mal zum Fish ’n‘ Chips-Stand zu fahren.

Wiedereinmal gut gestärkt, beschlossen wir noch einen kleinen Wanderweg zu laufen, der entlang der Georgian Bay verläuft. Im Gegensatz zu unserem ruhigen See war es hier deutlich windiger und wir beobachteten die Kayaker, wie sie gegen Wind und Wellen paddelten.

Killarney Shore Hiking Georgian Bay

Killarney Georgian Bay Island Kayaker

Killarney Stones Symbol Hiking Trail

In Summe bleibt die schöne Landschaft, die wir mit Boot und per pedes erkundeten und die tolle Erfahrung in der Natur zu übernachten, lange im Gedächtnis. Killarney Provincial Park – du bist ganz weit oben auf der List für die schönsten Momente in Kanada.
David & Cäcilia

Halloween in Cabbagetown

Huch, ich habe mich hier schon lange nicht mehr blicken lassen. Warum es hier so ruhig war? Mit dem Herbst kamen nach und nach unsere Besucher aus Deutschland nach Kanada, um mit uns den Indian Sommer, ein typisch kanadisches Cottageweekend oder das Thanksgivingfest in Montreal zu erleben. Hierzu mehr in den nächsten Blogbeiträgen.

Nachdem alle unsere Gäste abgereist sind, überraschte uns Petrus mit ein paar wunderschönen milden Herbsttagen bzw. -wochen. So nutzen wir jede freie Minute, um draußen die letzten warmen Sonnenstrahlen einzufangen – sei es ein Sonntagnachmittag im Park oder eine ausgiebige Mittagspause im Café. Vor lauter Sonnenschein hätte ich dieses Jahr Halloween beinahe verpasst, wären mir nicht Vampire, Hexen, Superhelden und andere merkwürdige Gestalten schon morgens auf dem Weg zur Arbeit begegnet. Ich wollte schon immer mal neben Batman in der Straßenbahn sitzen. 😉

Obwohl Halloween dieses Jahr auf einen Wochentag fiel, ließen die Leute es sich nicht nehmen, um am frühen Abend mit Kind und Eimer durch die Straßen zu ziehen oder ihr Haus in ein gruseliges Hexenhaus zu verwandeln. Manchmal frage ich mich hier, ob die Erwachsenen nicht mehr Spaß an Halloween haben, als die kleinen Kinder.

Kids and Skull Halloween Cabbagetown

Trick or treats Halloween Cabbagetown

House Halloween Cabbagetown

Ghost Halloween Cabbagetown

Sumach Street Halloween Cabbagetown

Diese Bilder sind übrigens auf dem Rückweg von der Arbeit durch Cabbagetown entstanden. Wer gerne mehr Halloweenbilder sehen möchte, der kann sich gerne hier meinen alten Beitrag aus dem letzten Jahr anschauen. Happy Halloween!

Fahrradtour: Waterfront Trail von Burlington nach St. Catharines

Weiter geht’s mit unserer Fahrradtouren auf dem Waterfront Trail. Kaum waren wir zurück von unserer letzten Tour, zückte David wieder die Fahrradkarte und begann mit der Planung der nächsten Fahrradtour.
Knappe 2 Wochen später saßen wir an einem frühen Samstag morgen im Zug in Richtung Burlington um hier unsere Fahrradtour fortzusetzen. Diesmal ging es nicht nach Hamilton sondern direkt weiter in Richtung Südosten. Unser Tagesziel war St. Catharines die größte Stadt in der Niagara Region. Nachdem wir Burlington hinter uns gelassen hatten, kam der schönste Teil unserer Strecke. Einen super breite Fahrrad/Fußgängerweg mit einer ordentlichen ebenen Betondecke (wir sind in Toronto eher schlechte Straßen mit rießigen Schlaglöcher gewohnt). Da fährt es sich wie geschmiert.

Biketour Burlington Train Station

Biketour Lake Ontario Waterfront Trail

Biketour Lake Ontario Lighthouse

Biketour Lake Ontario

Leider war dieser schöne Weg auch irgendwann zu Ende. Der nächste Teil unserer Fahrradtour führte wieder einmal durch Wohnsiedlungen und breiten Landstraßen. Nach einem kurzen Picknick und einer Eiskaffeestopp beim Tim radelten wir weiter zu unserem ersten Etappenziel, ein kleines Weingut in Jordan, Ontario. Hier hatten wir eine Weinprobe gebucht, bei der wir pünktlich um 15 Uhr eintrudelten. Zwei Weingüter später und einer Flasche Wein im Rucksack radelten wir unsere letzten 10 km bis nach St. Catharines. Hier gönnten wir uns zum Abendessen eine große Portion Nachos mit Käse bevor wir müde und erschöpft mit dem Zug zurück nach Toronto fuhren.

Biketour Jordan Peaches Street

Biketour Cupholder

Biketour Jordan Wine Tasting

Biketour St Catharines Market

Biketour St Catharines Mural